Skandalöse Milchpreise

Veröffentlicht am 07.05.2009 in Europa

Die der zeitigen Milchpreise treiben die Milchbauern in den Ruin. Die Politik macht es den Discountern leicht ihr gnadenloses Spiel mit Lebensmittelpreisen durchzudrücken. Es ist ein Irrglaube zu meinen mit Marktanpassunsmaßnahen, früher nannte man das Wachsen oder Weichen, das Problem in den Griff zu bekommen. Genau diesen Wettlauf um Marktmacht verlieren die Bauern seit Jahrzehnten.
Skandal ist dass die EU die Milchkontingente ausweitet und dass die Landesagrarminister versprochen haben diesen "Gleitflug" zu stoppen.
Die Bauern werden am Seil herunter gelassen.

Wo sind unsere Europapolitiker und Entwicklungspolitiker?
Die Milchwirtschaft ist in den landschaftlich besonders attraktiven Bergregionen Europas nicht mehr zu halten wenn Europa weiterhin auf Milchüberschüsse setzt.
Durch entsprechende Zollabkommen wird unsere Überschussmilch in Entwicklungsländer gedrückt und machen dort den heimischem Milchmarkt (Beispiel Indien) kaputt.
Wir hoffen in Europa auf den Chinesischen, den asiatischen Markt, dafür werden Milchprodukte zu Weltmarktpreisen verramscht.
Was ist das für ein Markt? Die Landwirte haben in den letzten 20 Jahren den Wettlauf mit diesem Weltmarkt immer verloren, trotz Strukturanpassungen.
Diese Politik geht nun an die Substanz. Hauptverursacher sind in meinen Augen die Discounter und allgemein der Lebensmitteleinzelhandel (LEH), der die Preise unmoralisch drückt.
Die Milch-Kontingentpolitik der EU, die von der Bundesregierung, den Landesregierungen und auch teilweise vom Bauernverband gestützt wird, macht diese erpresserische Handelspolitik
des LEH erst möglich. Die Molkereiwirtschaft ist mehrheitlich genossenschaftlich organisiert, also in Bauernhand. Die Tatsache dass einige private Großmolkereien (Müllermilch) Vorreiter beim Preisdrücken sind sollte nicht zum Ruf einer Mokereibereinigung führen. Damit wäre auch die Breisgaumilch weggefegt.
Wir müssen uns der unbequemen Wahrheit stellen dass Agrarpolitik für industriepolitische und welthandelspolitische Zwecke mißbraucht wird.
Erst wenn es uns gelingt dies zu erkennen werden wir zu einer nachhaltigen Agrarpolitik in Europa zurückfinden.
Leitbild in Europa ist die multifunktionale Landwirtschaft, diese ist nicht zu Weltmarktbedingungen zu bekommen.
Wir sollten eine weitgehende Selbstversorgung in Europa anstreben und nicht als zweitgrößter Agrarexporteur, zeitweise auch als Größter, auf dem Weltmarkt auftreten.
Die Welt ist nicht auf die Nahrungsversorgung aus Europa angewiesen!
Die Europäische Nahrungsmittelversorgung, insbesondere mit tierischem Eiweiß (da gehört auch die Milch dazu!) ist dagegen zu einem erheblichen Anteil auf die Äcker außerhalb Europas angewiesen. Fairer Handel sieht anders aus. Wessen Profite unterstützen wird. Bauern in Europa dürfen nicht länger Spielball dieser unehrlichen Politik sein.
Klaus Kreß

 
 

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